23.07.2025

Not All Who Wander Are Lost

Seit Anfang Juli ziert ein besonderes Kunstwerk unseren Park: Direkt am Weiher platziert, fällt es sofort ins Auge – kraftvoll, ruhig und voller Bedeutung.

Julian Charrière, 2019
Glazialgeschiebe, Bohrkerne, Aluminium, Messing, Kupfer, Gold, Stahl, Silber

Wir sind stolz, Not All Who Wander Are Lost von Julian Charrière bei uns zeigen zu dürfen – und den Künstler selbst im benachbarten Kellerei Gebäude seit Jahren als festen Mieter bei uns zu wissen. Eine wunderbare Verbindung aus internationaler Kunst und lokalem Arbeiten.

Der erratische Block, der das Zentrum des Werks bildet, wurde ursprünglich von Gletschern über Jahrtausende durch die Landschaft getragen – ein Relikt der Erdgeschichte. Jetzt liegt er erneut in Bewegung: nicht durch Naturkräfte, sondern durch menschliche Hand.

Bohrungen, wie sie aus der Klimaforschung bekannt sind, durchziehen den Findling. Aus ihnen wurden Kernproben entnommen, die an geologische Archive erinnern. Eingesetzte Metalle – Kupfer, Aluminium, Silber –  verweisen auf den menschlichen Zugriff auf natürliche Ressourcen.

Je weiter der Bohrvorgang voranschreitet, desto leichter wird der Stein – und desto fragiler. Eine klare Metapher für unseren Umgang mit der Erde: Fortschritt, der mit jedem Eingriff Risiko birgt. Wird die Schwelle überschritten, bleibt vom Ursprung vielleicht nur noch Staub.

Not All Who Wander Are Lost ist ein Werk über Bewegung, Eingriff und das fragile Gleichgewicht zwischen Natur und Mensch. Ein Denkmal für das, was war – und eine stille Warnung für das, was sein könnte.

Mehr Informationen zu Julian Charrière gibt es hier.